Lesungen der edition 8 im Rahmen von Zürich liest
Buchvernissage «Die gesunde Schwester»
22. Oktober 2026
19.00 Uhr
Roter Raum
Lesung und Gespräch mit Jana Fuchs, moderiert von Katja Schurter
Eine chronische Erkrankung bestimmt Minous Leben existenziell. Ihre Schwester Sophia ringt zwischen Liebe, Schuldgefühlen und Selbstaufgabe um Eigenständigkeit. Wie weit reicht Verantwortung? Und ist Abgrenzung unter diesen Umständen überhaupt möglich?
«Wenn ich einen Gehweg entlanglaufe, darf ich nicht einfach einen Fuss vor den anderen setzen, sondern ich erlaube mir nur, auf die Pflastersteine selbst zu treten. Wenn ich nicht achtgebe und mein Fuss doch eine Ritze zwischen den Steinen berührt, dann, so die Regel, bin ich mit schuld, wenn es meiner Schwester wieder schlechter geht.» Aus der Perspektive der gesunden Schwester Sophia beschreibt Jana Fuchs literarisch dicht, wie die chronische Erkrankung eines Geschwisterteils das Familiengefüge bestimmt und Sophias Leben bis ins Erwachsenenalter prägt. Ihre Zerrissenheit zwischen Liebe, Eifersucht, Schuld und Wut nimmt zuweilen selbstzerstörerische Züge an.
Im Wechsel mit Lesungen aus dem Roman spricht Jana Fuchs mit ihrer Lektorin Katja Schurter über die Grenzen zwischen Krankheit und Gesundheit und die Frage, wie ein unabhängiges Leben in diesem Spannungsfeld gelingen kann.
Lesungen der edition 8 im Rahmen von Zürich liest
«Kopfkind»
23. Oktober 2026
18.30 Uhr
Roter Raum
Lesung und Gespräch mit Christine Johanna Keller, moderiert von Katja Schurter
Die Anwältin Johanna lebt mit pubertierender Tochter und demenzkranker Mutter. Sie funktioniert, indem sie sich nur auf sich verlässt und niemanden braucht. Doch das langsame Verschwinden der Mutter und eine Bekanntschaft bringen ihren Schutzwall zum Bröckeln.
«Kopfkind» behandelt ein Thema literarisch, das die Realität einer ganzen Generation zunehmend bestimmt: der Umgang mit Demenz von Angehörigen, deren Pflege vorwiegend von Frauen übernommen wird.
Alles selbst machen, um das Heft in der Hand zu behalten, ist Johannas Ding: Bereits der Vater hat sie liebevoll «mein Kopfkind» genannt. Doch längst ist die Selbstwirksamkeit in die Verleugnung ihrer eigenen Bedürfnisse umgeschlagen. Denn da gibt es diesen Teil in ihr, der sich nach Nähe und Leidenschaft sehnt – danach, die Kontrolle abzugeben und loszulassen.
Der Roman erzählt die Geschichte von Johanna mit Augenzwinkern und Freude am Skurrilen.



